Die einsamen Wächter Amazoniens 19d 18n

Erster Tag
Ankunft in Belém am frühen Nachmittag. Die Gruppe wird vom Reiseleiter abgeholt und ins Hotel gebracht. Ausruhen von der Anreise, danach erste Besprechung bei einem Welcome-Drink und anschließendes Abendessen. Übernachtung.

Zweiter Tag
Die Hauptstadt des Bundesstaates Pará im Norden Brasiliens liegt am 250 km breiten Amazonasdelta. Seit seiner Gründung im Jahre 1616 gilt Belém als Eingangstor zur gesamten Amazonas-Region. Am Morgen besuchen Sie das Goeldi-Museum, das das bekannteste Amazonas-Forschungsinstitut sowie einen Botanisch-Zoologischen Garten mit Arten ausschließlich der Region beherbergt und damit einen ersten Vorgeschmack auf Flora und Fauna der amazonensischen Wälder gibt. Das Mittagessen nehmen wir in einem der Restaurants mit typischer nordbrasilianischer Küche ein. Am Nachmittag begeben wir uns dann auf Sightseeing-Tour durch die koloniale Altstadt mit ihren Kirchen, Festungen, dem prächtigen Teatro da Paz, das wie sein bekannterer Bruder, das weltberühmte Theater in Manaus, während des Kautschukbooms erbaut wurde. Exotische Produkte bestaunen wir danach auf dem berühmten Markt Mercado Ver-o-Peso („Prüf das Gewicht“) mit seinen zahlreichen Süß- und Salzwasserfischen, Elixieren aus Giftschlangen und jeder nur erdenklichen Art von Heilkräutern und schmackhaften Früchten aus Amazonien. Den Abend verbringen Sie an den alten Kaianlagen am Hafen, die kürzlich schön restauriert wurden. Hier am Flussufer des Rio Guamá erwarten Sie verschiedene Kunsthandwerksläden sowie überraschend originelle und schicke Bars und Restaurants. Auf einer Terrasse unter ausgedienten Kranstrukturen mit Blick auf den Fluss genießen Sie die frische Brise und eiskaltes Bier im einzigen Brauereiausschank in der ganzen Amazonas-Region. Nach dem Abendessen geht es zurück ins Hotel. Übernachtung.

Dritter Tag
Transfer zum Flughafen von Belém und Flug nach Manaus, Ankunft etwa um die Mittagszeit und Transfer zum Hotel. Nach dem Mittagessen steht eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. Manaus ist das Eingangstor zum inneren Amazonas-Gebiet und von besonderer Bedeutung für die Eroberung der gesamten Region, wovon die Urwaldoper und der Hafen ein reiches Zeugnis ablegen. Falls die Zeit es zulässt, beobachten wir noch den Zusammenfluss des Rio Negro und des Rio Solimões, die gemeinsam den Amazonas bilden.

Vierter Tag
Früher Abflug mit Trip Linhas Aéreas nach São Gabriel da Cachoeira, am Oberlauf des Rio Negro, wo die Gruppe von Expeditionsleiter Henrique Leão „Branco“ begrüsst wird. Transfer ins Hotel. Während eines Rundgangs durch das Städtchen holen wir die Genehmigungen der Nationalparkbehörde und derFUNAI ein. Danach werden die letzten Vorbereitungen für die Expedition getroffen, die gesamte Ausrüstung und das Gepäck überprüft. Am späten Nachmittag testen wir die Außenbordmotoren anlässlich einer Einbaumfahrt durch die Stromschnellen des Rio Negro. Beim Abendessen schließlich wird das gesamte Team den Teilnehmern vorgestellt. Übernachtung in São Gabriel da Cachoeira.

Fünfter Tag
Rund dreistündige Fahrt ab 8 Uhr morgens mit dem 4x4 Allrad Geländewagen von São Gabriel da Cachoeira <1> über Erdstraßen zur 85 km entfernten Bootsablegestelle „Frente Sul” des Ia mirim Flusses <2> und Verladen der Ausrüstung. Die Bootstour startet auf dem Fluss Ia mirim, der nach etwa 30 Minuten Fahrt in seinen Namensvetter mündet, den größeren Ia Fluss. Anderthalb Stunden später wird der Cauaburí Fluss erreicht <3> und nach weiteren drei Stunden Fahrt auf dem Cauaburí gelangen wir zum natürlichen Kanal Maturacá, wo wir unsere leichten Aluminiumboote festmachen. Ein Camp wird errichtet an einem sicheren Platz am Flussufer, um zu vermeiden, dass es nach heftigen Regengüssen am Oberlauf des Flusses durch plötzliche Flutwellen flussabwärts weggespült werden kann. Im Dorf Maturacá holen wir unsere Yanomami-Guides und -Träger zum gemeinsamen Abendessen ab, was in der Zwischenzeit zubereitet wurde. Übernachtung in Hängematten.

Sechster Tag
Abfahrt vom Camp um 8 Uhr morgens zur Mündung des Rio Tukano <4>, die vor 12 Uhr erreicht sein sollte. Boote werden verzurrt, ein Teil der Verpflegung, der Ausrüstung und des Benzins für den Rückweg wird gut versteckt zurückgelassen. Nun beginnt die Wanderung zum Pico da Neblina. Nach 3 Stunden steiler Strecke auf und ab gelangen wir zum zweiten Camp, genannt Cachoeira do Tukano (Wasserfall). Das Camp ist ein von den Yanomami auf Dauer errichtetes Jagdlager mit kleinen Bananen- und Maniokpflanzungen, aus denen sie ihren Proviant für ihre Streifzüge im Wald beziehen. Hier gibt es die Gelegenheit zu einem erfrischenden Bad in den Stromschnellen. Angeln am Wasserfall könnte je nach Erfolg unser Abendessen bereichern. Übernachtung entweder in Hängematten oder in Zelten.

Siebenter Tag
Wie gewöhnlich brechen wir nach dem Frühstück etwa um 8 Uhr auf, heute zu Camp 3, genannt Bebedouro Velho („alte Quelle“). Für die 12 km Trekking auf mal schwierigerem, mal einfacherem Gelände, das regelmäßige Pausen erfordert, brauchen wir schätzungsweise 6 bis 7 Stunden. Bebedouro Velho liegt auf 400 m NN und bietet uns einen herrlichen Ausblick auf den Pico da Neblina und die umliegenden Berge. Mit der Hilfe unserer Yanomami-Guides wird das Camp errichtet, Feuer angezündet und das Abendessen zubereitet. Für die Übernachtung haben Sie die Wahl zwischen Hängematte und Zelt!

Achter Tag
Vom Camp Bebedouro Velho führt uns ein anstrengender Weg mit steilen Auf- und Abstiegen zum Bebedouro Novo <6> („neue Quelle“). Mit 460 m Höhenunterschied zum Bebedouro Velho und 12,5 km Trail sind wir nun auf 860 m über dem Meeresspiegel angelangt und haben bereits 25 km durch täglich rund 6 bis 7 Stunden Hiking bewältigt. Das Camp wird an einem schönen Fleckchen am Cuiabixi Fluss aufgeschlagen, wo man sich wundervoll vom Wasserfall massieren lassen kann. Nachts schlafen wir wieder in Hängematten.

Neunter Tag
Heute haben wir einen 6 km kurzen, jedoch steilen Aufstieg vor uns, der uns auf eine Höhe von 2000 m NN führt. Wie üblich, benötigen wir dafür durchschnittlich 6-7 Stunden. Auf dem Weg zum Basis-Camp <7>, das direkt unterhalb des Gipfels des Pico da Neblina liegt, fällt die Temperatur und die Vegetation verändert sich. Um dorthin zu gelangen, müssen wir über eine Reihe von natürlichen Hindernissen wie Wurzeln, Bäume, Felsbrocken und Flüsse, um schließlich den Weg durch ein wasserunterspültes Torfplateau zu bewältigen, auf dem man bei jedem Schritt leicht bis zum Knien im Morast stecken bleiben kann. Nach der Ankunft, einer wohlverdienten Ruhepause und der Errichtung des Camps kann ganz in der Nähe das einfache Lager eines einsamen Goldgräbers besucht werden, der uns –zur Abscheu der Umweltschützer in der Gruppe– zeigen kann, wie er Gold am Flussufer wäscht. Für den heutigen Tag, der sicher für die meisten von uns sehr anstrengend war, ist nichts weiter geplant.

Zehnter Tag
Die letzte Etappe (6 km) zur Spitze des Pico da Neblina <8> nimmt cirka 7 Stunden Bergtrekking in Anspruch, davon drei Stunden auf sumpfigen Gelände, weitere drei Stunden leichtes Klettern über Felsbrocken und teilweise lockere Steine und die letzte Stunde Gehen am Seil. Klettererfahrung ist jedoch nicht nötig. Wenn alles reibungslos abläuft, wird eine müde, aber glückliche Gruppe auf dem 2994 m hohen Gipfel gegen 15 Uhr ankommen, also noch bei Tageslicht. Bei gutem Wetter bieten sich traumhafte Ausblicke auf das Imeri Massiv sowie über die unendlichen amazonensischen Regenwälder bis tief hinein nach Venezuela. Für die Übernachtung auf dem Gipfel in unseren Zelten benötigen Sie einen Schlafsack für niedrige Temperaturen bis zu -5ºC und warme Kleidung.

Elfter Tag
Da wir schon in der Gegend sind, werden wir es uns nicht nehmen lassen, auf Brasiliens zweithöchsten Berg, den benachbarten 2972 m NN hohen Pico 31 de Março zu steigen. Früher Aufbruch vom Pico da Neblina, um zum 31 de Março zu trekken. Wir verweilen ein wenig auf dem Gipfel, bevor wir auf demselben Weg den Abstieg beginnen, der uns zum Pico da Neblina geführt hatte. Etwa um 17 Uhr werden wir das Basis-Camp erreichen, wo wir auch übernachten.

Zwölfter Tag
Wir haben einen zusätzlichen Tag aus Sicherheitsgründen eingeplant, um auf eventuelle schlechte Wetterbedingungen vorbereitet zu sein und auch, um die Gegend um das Plateau beim Basis-Camp zu erkunden. Denn hier gibt es eine Fülle von endemischen Arten, vor allem Orchideen und Bromelien, einschließlich Carnivoren, die das Herz eines jeden Botanikers höher schlagen lassen. Entdeckungen einer seltenen Art sind durchaus möglich. Auch eine große Artenvielfalt von Vögeln ist hier zu sehen. Dieser Tag kann allerdings auch vor dem Aufstieg zum Gipfel oder direkt nach der Rückkehr von der Bergspitze eingeschoben werden. Dies wird die Expeditionsleitung je nach den Umständen entscheiden.

Dreizehnter Tag
Wir brechen unser Lager ab, packen unsere Ausrüstung und machen uns an den Abstieg zurück zum Bebedouro Novo, wo wir etwa um 14 Uhr ankommen werden. Für den Rest des Tages sind keine weiteren Aktivitäten geplant. Wir sind wieder am Rio Cuiabixi angelangt, der mit seinem herrlichen Wasserfall zum Baden und erfrischendem Duschen einlädt.

Vierzehnter Tag
Um den achtsstündigen direkten Abstieg zum Camp Cachoeira do Tukano zu bewältigen, legen wir mehrere Pausen ein. Ein belebendes Bad im Tukano Fluss nach der Ankunft wird uns dabei helfen, Körper und Geist zu entspannen. Übernachtung im Camp Cacheira.

Fünfzehnter Tag
Weiterer Abstieg zur Mündung des Rio Tukano. Hier nehmen wir das auf der Hinfahrt versteckte Equipment, den Proviant und das Benzin wieder auf und machen die Boote reisefertig. Ab geht's zum Yanomami-Dorf Maturacá. Ankunft voraussichtlich gegen Ende des Tages. Wir verbringen die Nacht bei den Yanomamis in ihren traditionellen Hütten.

Sechzehnter Tag
Heute haben wir die seltene Gelegenheit, das größte Yanomami-Dorf auf brasilianischem Boden zu besuchen, in dem rund 2000 Yanomamis leben. Wir werden ihren Häuptling treffen und für die Gruppenmitglieder interessante Themen besprechen. Das Kunsthandwerk der Yanomamis, von den Frauen des Stammes hergestellt, ist bekannt für seine Schönheit und Qualität. Wir werden beeindruckt sein, wie sehr sie sich der Arbeit widmen, während wir zuschauen, wie sie aus natürlichen Ressourcen, vor allem Fasern, Holz und Ton, ihr Kunsthandwerk produzieren. Wir werden einen Einblick in die heutige Lebensweise der Yanomamis gewinnen sowie in die vergangener Zeiten, in ihre Traditionen, werden ihr Essen kennenlernen, ihre Maniokpflanzungen besuchen und zusehen, wie sie ihr Mehl herstellen, was wesentlicher Bestandteil der Ernährung der indigenen Bevölkerung und generell der meisten Brasilianer ist. Besonders berührend ist der Kontakt mit den fröhlichen Kindern. Der Aufenthalt in Maturacá verschafft uns einen echten Einblick in die Realität der brasilianischen Indianer heute und speziell des berühmten Yanomami-Stammes.

Siebzehnter Tag
Auf den Flüssen Cauaburi, dem größeren Iá und dem Iá mirim fahren wir zurück zur Bootsablegestelle Frente Sul, von wo aus wir mit unserem Jeep zurück in die Stadt São Gabriel da Cachoeira gebracht werden. Die Ankunft ist für den späten Nachmittag geplant. Im Hotel „Deus me deu“ oder „Gott hat's mir gegeben“ erwartet uns eine heiße Dusche. Danach gehts zum Abendessen ins beste Restaurant der Stadt. Unsere Luxus-Unterkunft wird uns ein echtes Bett und eine Klimaanlage für die letzte Nacht bescheren, was Sie hoffentlich nicht während der Expedition vermisst haben.

Achtzehnter Tag
Wir schlagen Ihnen vor, mit uns durch die kleine Stadt zu bummeln und etwas von der Geschichte der Region zu erfahren, außerdem die Salesianerkirche und den Hafen zu besuchen. Dann gehts zum Packen zurück ins Hotel. Nach dem Mittagessen Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Manaus um 17:48 Uhr, Ankunft 20:00 Uhr.

Neunzehnter Tag
City Tour und je nach Ihrer Abflugszeit von Manaus, besichtigen Sie, falls es nicht bei der Ankunft möglich war, das Naturschauspiel des Zusammenflusses des Rio Negro und des Rio Solimões, die gemeinsam den Amazonas bilden. Transfer zum Flughafen und Rückflug in Ihre Heimatländer.


